Exkurs: Missionsfindung- und Kommunikation

Erst kürzlich hatte erneut ein interessantes Gespräch mit meinem Freund Dr. Gerald Ayala, der die Informations-Plattform CBD Wiki zum Thema Cannabidiol betreibt. Er ist Experte im Gebiet der medizinischen Anwendung von Cannabis und hat als Forscher auch viel mit Unternehmern in der jungen Cannabis-Branche zu tun. Als ich ihn fragte, ob er Leadership-bezogene Learnings aus seinem Austausch mit den Unternehmern ziehen könne, äußerte er eine recht spannende Beobachtung: Da das Thema Cannabis aufgrund mangelnder Aufklärung oftmals negativ konnotiert ist, haben Gründer in der Branche mit vielen Vorurteilen zu kämpfen.

CBDWiki ist das Wissensportal für CannabidiolVor allem in Deutschland sind anscheinend diese Vorurteile so stark, dass Gründer in der Branche teilweise Schwierigkeiten dabei haben, geeignete und engagierte Mitarbeiter zu finden. Die meisten Bewerber erfüllen dabei nicht selten das Klischee eines stereotypischen „Cannabis-Liebhabers“. Viele kompetente potentielle Bewerber werden davon abgeschreckt, in einem Cannabis-Startup zu arbeiten, weil sie befürchten, die Vorurteile gegenüber Cannabis würden auf sie und ihren Lebenslauf abfärben. Daher sind Gründer nicht selten dazu gezwungen, entweder ihr Startup ins Ausland zu verlegen oder Personal aus dem meist toleranteren und aufgeschlosseneren Ausland anzuwerben.

Wie können Gründer mit dieser prekären Situation am besten umgehen? Nun, leider haben Gründer keine andere Wahl, als innerhalb sowie außerhalb ihres Unternehmens für Aufklärungsarbeit zu sorgen. Wichtig ist, dass die mit dem medizinischen Cannabis zusammenhängende Mission bzw. Vision des Unternehmens klar kommuniziert wird: Zum Beispiel, dass es das Ziel ist, X Menschen bis 2025 dabei zu verhelfen, Schmerzen zu lindern und ein Leben mit höherer Lebensqualität zu führen. Es sollte eine Mission sein, die auf Makroebene einen substantiellen Einfluss auf das Wohlergehen von möglichst vielen Menschen hat und dementsprechend die Begeisterung von Mitarbeitern, aber auch Außenstehenden mitreißt.

Wie kommuniziere ich diese Mission im Unternehmen? Gut hiefür geeignet sind beispielsweise wöchentliche Meetings, in der man das Ausmaß oder sozusagen die „Früchte“ des Impacts der eigenen Produkte Revue passieren lässt: In der Cannabis-Branche bietet es sich hier an, Kundenbewertungen- und Erfahrungen mit dem Produkt im Team durchzugehen. Dies verschafft einen ganz realen und realistischen Bezug zu der Wertschöpfung, die im Team geleistet wird – unabhängig von Vorurteilen, mit denen das Unternehmen in der Branche zu kämpfen hat.

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